Körordnung - Gruppe Kettwig
Körordnung des DTK 1888 e.V. Gültig ab 01.01.2004
1. Allgemeines:

Die Körung dient der Zuchtförderung der im Zuchtbuch eingetragenen Teckelrassen. Sie ist ergänzender Bestandteil der Zucht- und Eintragungsbestimmungen (ZEB). Die Körung ist eine freiwillige Maßnahme des Züchters.
2. Organisation der Körung:

2.1 Körungen werden durch zwei Körrichter vorgenommen. Die zum Einsatz kommenden Körrichter werden vom Landesverband bestellt. Einer der Körrichter muss aus einem anderen Landesverband kommen. Die Organisation übernimmt der Landeszuchtwart oder sein Stellvertreter.

2.2 Die Organisation der Körschau obliegt den Landesverbänden, die gleichzeitig mit ihrem Verbandsgebiet einen Körbezirk bilden. Im Körbezirk sollten mindestens zweimal jährlich im Abstand von fünf bis sechs Monaten Körtermine angeboten werden, die vorher im Der Dachshund zu veröffentlichen sind. Die Anmeldung der Teckel hat in dem für ihren Besitzer zuständigem Körbezirk (Landesverband) zu erfolgen. Der organisierende Landeszuchtwart kann je nach Meldezahl oder Termin die angemeldeten Teckel einem anderen Körbezirk zuteilen.

2.3 Die Meldung zur Körschau hat spätestens 30 Tage vor dem Körtermin beim Landeszuchtwart unter Vorlage der Ahnentafel oder einer Kopie der Ahnentafel zu erfolgen. Zur Körung angenommen ist der Teckel erst nach Aushändigung der Originalahnentafel und des Nachweises über die Zahlung der Körgebühr.

2.4 Die Körgebühren werden im Rahmen der DTK- Gebührenordnung festgelegt.

3. Zulassung zur Körung:

3.1 Zur Körung zugelassen werden nur im DTK-Zuchtbuch (Hauptbuch) eingetragene Teckel ab dem Alter von 15 Monaten.

3.2 Weitere Voraussetzungen sind nachgewiesener Spurlaut oder bestandene Begleithundeprüfung I mit Schussfestigkeitsprüfung sowie eine Augenuntersuchung mit negativem Befund nach jeweiliger Beschlusslage (sh. Durchführungsbestimmungen).

3.3 Teckel, denen die unter Ziffer 3.2 genannten Voraussetzungen fehlen, können zur Bewertung zugelassen werden.

3.4 Der Teckel muss an Hand der Tätowierung einwandfrei identifizierbar und gesund sein. Läufige Hündinnen sind dem organisierenden Landeszuchtwart zu melden, damit eine nicht störende Regelung getroffen werden kann.

4. Körung:

4.1 Beide eingesetzten Richter haben getrennt von einander, unter Beachtung des gültigen FCI-Rassestandard Nr.148, eine sorgfältige Kontrolle des Gebisses, der Rute, der Behaarung und der gesamten Anatomie vorzunehmen. Alle vorgestellten Teckel sind zu wiegen und ihr Brustumfang ist zu messen. Der abschließende Formwert wird von beiden Richtern gemeinsam vergeben.

4.2 Von jedem vorgestellten Teckel ist ein Körblatt anzulegen und ungeachtet des jeweiligen Körurteils sind die auf dem Körblatt geforderten Daten einzutragen.

4.3 Das Verhalten der Teckel ist ständig zu beobachten. Bei ängstlichem oder aggressivem Verhalten z. B. gegenüber Menschen, besonders beim Anfassen auf dem Tisch, kann der Teckel, trotz gegebenen Körvoraussetzungen, nicht das Prädikat „gekört“ erhalten.

4.4 Auf dem Körblatt sind nach sorgfältigem Prüfen die geforderten Aufzeichnungen zum Gebiss, Körper, zur Rute und dem Verhalten unter Beachtung des Rassestandards einzutragen. Das Haar wird nach der dem Körblatt beigefügten Legende linear beschrieben. Anschließend ist eine Formwertnote zu vergeben. Das Blatt ist dreifach anzulegen und vollständig auszufüllen sowie von beiden Richtern zu unterzeichnen. Eine Kopie ist für das Zuchtbuchamt eine weitere für den Körbezirk bestimmt.

5. 5. Körergebnis:

5.1 Das Körurteil lautet „gekört“ oder „nicht gekört“ und ist in Verbindung mit dem vergebenen Formwert in einem eigens erstellten „Körschau“-Stempel auf der Rückseite der Ahnentafel zu übernehmen.

5.2 Das Prädikat „gekört“ bedingt einen Formwert von mindestens „sehr gut“. Dieser wird mit (KöSg) oder (KöV) in die Ahnentafel übernommen und bescheinigt eine Zuchtzulassung bei Hündinnen bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres und bei Rüden empfohlenen 10 Lebensjahren unter der Voraussetzung, dass der Teckel gesund bleibt, d. h. sich später keine zuchtausschließende Krankheiten wie z. B. PRA, Katarakte, Teckellähme oder Epilepsie einstellen. Der auf einer Körschau erworbene zuchtausschließende Formwert (genügend oder disqualifiziert) behält für den Zuchtausschluss Bestand.

5.3 Das Prädikat „nicht gekört“ ist zu vergeben, wenn der Formwert „sehr gut“ nicht erreicht wird oder andere Gründe gegen eine Körung stehen.

5.4 Zur Körung vorgestellte Teckel mit fehlenden Voraussetzungen gem. 3.2 erhalten bei Vergabe der Formwertnoten „sehr gut“ oder „vorzüglich“ Körblatt und Anlage ausgehändigt. Der dann vergebene Formwert entspricht einem Zuchtschau-formwert.

5.5 Beim Urteil „nicht gekört“ kann der betreffende Teckel bei der nächsten Körung des gleichen Körbezirks noch einmal vorgestellt werden.

6. Einspruchsrecht

Gegen die Entscheidung der Körung kann bei Formfehlern Einspruch eingelegt werden.

Der Einspruch kann nur schriftlich innerhalb von acht Tagen nach dem Körtermin und unter Zahlung eines Sicherheitsbetrages in Höhe der dreifachen Körgebühr beim Körbezirk (Landesverband) erhoben werden. Über den Einspruch entscheidet der Landeszuchtwart im Benehmen mit den Körrichtern. Der Vorsitzende des Landesverbandes ist zu beteiligen. Die Sicherheitsgebühr wird zurückgezahlt, wenn dem Einspruch stattgegeben wird. Anderenfalls verfällt sie zugunsten des Veranstalters.

Schlussbemerkung:

Die Körordnung wird ergänzender Bestandteil der ZEB, diese bleibt uneingeschränkt gültig. Insbesondere die Anforderung an Zuchttiere nach Ziffer 2.3 der ZEB behalten als Mindestanforderungen Gültigkeit.
Ebenso werden die Bestimmungen der Richterordnung von der Körordnung nicht tangiert. Das Körblatt ist ein Zusatzzertifikat zur Ahnentafel, das bei nachträglicher Veränderung des Exterieurs eines Teckels (z.B. am Gebiss oder an der Rute) ein wertvoller Beleg zur Erhaltung der Zuchtzulassung ist. Das Körblatt ist nicht geeignet, auf Ausstellungen zur Beeinflussung von Richterentscheidungen Verwendung zu finden. Die vorgestellten mit mindestens sg bewerteten Hunde erhalten zusätzlich die Anlage zum Körblatt mit Gebißbewertung zur Vorlage bei Zuchtschauen.


(c) 2002 Wolfgang Decker decker@teckelsuche.de
letzte Änderung: 21.09.2004 19:18